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Drohung gegen Vorgesetzten – fristlose Kündigung!

Das Arbeitsgericht Siegburg hat am 04.11.2021 entschieden, dass die glaubhafte Ankündigung eines Arbeitnehmers, seinen Vorgesetzten aus dem Fenster zu schmeißen sowie die Ankündigung eines Amoklaufes grundsätzlich eine fristlose Kündigung rechtfertig.

Was aber war passiert?

Der seit über 13 Jahren bei einer Kommune als Buchhalter beschäftigte Kläger hatte eine Auseinandersetzung mit seinem Vorgesetzten. Danach äußerte er gegenüber einer Kollegin: „Diesen kleinen Wicht schmeiße ich aus dem Fenster. Ich lasse mir das nicht länger gefallen. Ich bin kurz vor einem Amoklauf. Ich sage Dir, bald passiert etwas. Der lebt gefährlich, sehr gefährlich.“

Die Kollegin berichtete dem Vorgesetzten von der Äußerung des Klägers. Daraufhin wurde diesem außerordentlich fristlos gekündigt, wogegen er Klage erhob.

Nach Ansicht des Arbeitsgerichtes Siegburg war die fristlose Kündigung aber gerechtfertigt. Der Kläger habe in ernstzunehmender Art und Weise Gefahr für Leib und Leben des Vorgesetzten sowie eine Amoklauf gegenüber der Kollegin angekündigt. Nach Überzeugung des Gerichtes hat der Kläger die Drohungen auch ernst gemeint. Eine vorherige Abmahnung sei entbehrlich und die Weiterbeschäftigung bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist nicht zuzumuten.